Ein Landwirt erzählt ...

„Croeso i Gymru!“ (das heißt „Willkommen in Wales“ auf walisisch) – Mein Name ist Myrddin Davies. Ich bin Farmer und stamme aus Nordwales. Walisisches Lamm bedeutet für mich pure Leidenschaft. Denn es zeichnet sich aus durch ausgezeichnete Qualität und hervorragenden Geschmack. Das und alles über die wundervolle Tradition der Lammzucht, die dahinter steht, erzähle ich jedem, der es hören will. Deshalb bin ich „Lammbotschafter“ für unser einzigartiges Walisisches Lamm geworden.

Erst ein paar Worte zu mir: Ich bin 31 und mit meiner Frau Elliw verheiratet. Wir beide erwarten gerade voller Vorfreude unser erstes Kind, das im Winter zur Welt kommen soll. Unsere Farm heißt Nant y Wrach Bach – das heißt wörtlich übersetzt „Tal der kleinen Hexe“. Sie liegt in der Gemeinde Pandy Tudur, süd-östlich von Conwy in Nord-Wales.

Unsere Farm verfügt über fast 73 Hektar Weideland. Darauf halten wir 450 Zuchtschafe, bis zu 50 Rinder und immer vor Weihnachten auch 300 Truthähne. Die meisten unserer Schafe sind so genannte „Lleyn“-Schafe. Das ist eine heimische Rasse, die aus dem Norden der walisischen Halbinsel kommt. Diese Rasse hat allgemein einen starken Mutterinstinkt und das ist gut für die spätere Aufzucht der Lämmer, weil die Mütter sie gleich annehmen, gut versorgen und beschützen. Die Lleyn-Zuchtschafe paaren wir mit Charollais-Böcken, die eine hervorragende Fleischqualität besitzen. So erzielen wir die besten Zuchtergebnisse für unser hochqualitatives Lammfleisch.

Die Farm gehört mir und meinen Eltern Gwynfor und Myra zu gleichen Teilen. Damit bin ich mit meiner Familie die vierte Generation, die auf dieser Farm lebt und arbeitet. Und genau dieses Erbe und die Tradition, die damit einhergeht, sind der Grund dafür, dass Walisisches Lammfleisch von der Europäischen Union die Auszeichnung der geographisch geschützten Angabe erhalten hat. Damit wurde anerkannt, dass unsere Art zu züchten und die Tiere zu halten, einzigartig und besonders ist.

Wir sind sehr stolz auf unsere jahrhundertealten Zuchttraditionen. Natürlich haben wir auch einen Traktor und haben unsere Farm und die Arbeit darauf den Erfordernissen des 21. Jahrhunderts angepasst. Aber abgesehen davon züchten und halten wir die Lämmer genauso, wie es unsere Vorfahren auch schon immer getan haben.

Was ich besonders mag, ist die Art wie wir auf der Farm leben. Ich liebe die saubere Luft und den Einklang mit den Jahreszeiten. Schafzucht, das steht für saftiges Gras, frisches Wasser und Mutter Natur, die sich um alles weitere kümmert. So natürlich also, wie es nur sein kann: einfache Zutaten, die zusammen ein fantastisches, qualitativ hochwertiges Produkt ergeben.

Na ja, unsere Arbeit ist schon hart und sicher kein “Nine-to-five“-Job. Aber sie gibt mir viel zurück. Und ich habe immer den Ehrgeiz, noch bessere Lämmer zu züchten. Wichtig ist: Wir produzieren nicht einfach nur ein Nahrungsmittel. Wir kümmern uns auch um unsere Umwelt. Wir sind zum Beispiel Mitglied in einer Umweltorganisation, die sich um die Aufbereitung alter Hecken und die Anpflanzung neuer Hecken kümmert. Das ist wichtig für all die Wildtiere, die auf unseren Weiden leben. So erhalten wir die Artenvielfalt. Es ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit, diese außergewöhnliche und einzigartige Natur zu bewahren, die uns seit Jahrhunderten unsere Lebensart ermöglicht. Die Schafzucht trägt also erheblich dazu bei, dass unsere wunderschöne Landschaft so bleibt, wie sie ist.

Als Botschafter für Walisisches Lamm gehört es zu meinen Hauptaufgaben, mit Journalisten zu sprechen und ihnen hautnah Einblick in die Lammzucht zu gewähren, indem ich Sie auf meiner Farm herumführe und ihnen alles erkläre. Aber auch auf Messen und bei Agrarausstellungen trete ich auf und erkläre allen, was so besonders ist an unserem Walisischen Lamm.

Manchmal nehme ich auch an Verkostungen und Kochshows teil. Meist erkläre ich dann dem Publikum die verschiedenen Zuschnitte. Da hat sich die Zeit, die ich beim örtlichen Metzger gearbeitet habe, wohl doch gelohnt!